Selektive Aufmerksamkeit Definition

Die selektive Aufmerksamkeit ist ein Thema, das vor allem Psychologen und Pädagogen beschäftigen dürfte, denn darunter versteht man die konzentrierte Lenkung des Bewusstseins auf einen bestimmten Reiz. Im Zuge dessen findet eine Einstufung aller Reize hinsichtlich ihrer Relevanz statt, so dass sich das Individuum auf den relevanten Reiz konzentrieren kann. Im Rahmen der Wahrnehmung prasseln unterschiedlichste Eindrücke auf den Menschen ein, so dass es notwendig erscheint, diese hinsichtlich ihrer Relevanz einzustufen. Anhand dieser Kategorisierung wird die bewusste Aufmerksamkeit dann auf das vermeintlich Entscheidende gelenkt. Durch die selektive Aufmerksamkeit rückt demnach ein Reiz klar in den Vordergrund, während andere Reize ausgeblendet werden. Folglich erlaubt die selektive Aufmerksamkeit eine geballte Konzentration auf eine bestimmte Sache, was unter anderem für den Lernprozess von großer Bedeutung ist.

Selektive Aufmerksamkeit in der wissenschaftlichen Psychologie

Die selektive Aufmerksamkeit ist in der wissenschaftlichen Psychologie von großem Interesse und wird daher auch dementsprechend erforscht. Es existieren verschiedene Verfahren zur Beurteilung der selektiven Aufmerksamkeit. Diese haben den Zweck, festzustellen, inwiefern die betreffende Person dazu in der Lage ist, Störreize auszublenden und relevante Reize zu erkennen. Auf den ersten Blick erscheint dieser automatisch ablaufende Prozess nicht bemerkenswert, doch Psychologen sind sich der hohen kognitiven Leistungen bewusst, die es im Zuge dessen zu bewerkstelligen gilt. Auch wenn die selektive Aufmerksamkeit unbewusst gesteuert wird, ist sie maßgeblich für die mentalen Fähigkeiten eines Individuums.

Als Testverfahren für die selektive Aufmerksamkeit haben sich verschiedene Bleistift- und Papiertests etabliert. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang unter anderem der Aufmerksamkeits-Belastungs-Test d2 nach Brickenkamp. Dabei müssen die Testpersonen beispielsweise jedes d2 aus einer Vielzahl an Buchstaben und Zeichen erkennen und durchstreichen. Dafür steht nur begrenzt Zeit zur Verfügung, wodurch ein gewisser Druck aufgebaut wird. So zeigt sich, inwiefern die Aufmerksamkeit der Belastung standhält.

Selektive und geteilte Aufmerksamkeit im Vergleich

Geht es um die selektive Aufmerksamkeit, wird oftmals auch von der geteilten Aufmerksamkeit gesprochen. Dabei handelt es sich um vollkommen unterschiedliche Dinge. Wie bereits erläutert, basiert die selektive Aufmerksamkeit auf der Konzentration auf einen einzigen Reiz, der als relevant eingestuft wird, während alle übrigen, irrelevanten Störreize mehr oder weniger ausgeblendet werden. Die geteilte Aufmerksamkeit beruht dahingegen auf einem vollkommen anderen Prinzip. Dabei wird die Aufmerksamkeit auf zwei oder mehr Reize aufgeteilt, wodurch mehrere kognitive Aufgaben parallel gelöst werden sollen. Im alltäglichen Leben ist die geteilte Aufmerksamkeit sehr wichtig, da man oftmals mit mehreren Reizen konfrontiert wird und diesen gerecht werden muss. Umgangssprachlich wird dies auch als Multitasking bezeichnet.

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