Unterschied Psychologe und Psychotherapeut

Der Unterschied zwischen den Bezeichnungen Psychologe und Psychotherapeut erschließt sich Laien oftmals nicht, so dass die beiden Begrifflichkeiten für Synonyme gehalten werden. Dies entspricht allerdings nicht der Realität, denn zwischen einem Psychotherapeuten und einem Psychologen existieren durchaus Differenzen. Das vereinende Element ist dabei die Psychologie, denn beide Berufsgruppen befassen sich mit der menschlichen Psyche. Sie verfolgen jedoch andere Ansätze und üben unterschiedliche Tätigkeiten aus. Insbesondere Menschen, die ein Studium der Psychologie in Erwägung ziehen, sollten mit den Begrifflichkeiten vertraut sein und die Ausbildungswege sowie Tätigkeiten kennen.

Der Psychologe und seine Ausbildung

In Deutschland ist die Berufsbezeichnung Psychologe beziehungsweise Psychologin Absolventen eines Psychologie-Fernstudium oder Studium mit dem Master– oder Diplom-Abschluss vorbehalten. Die Ausbildung von Psychologen besteht folglich aus dem akademischen Hochschulstudium, das zum Teil auch als Fernstudium angeboten wird und somit auch Berufstätigen offensteht.

Tätigkeitsfelder für Psychologen

Die breit gefächerten Inhalte des Studiums eröffnet Absolventen vielfältige Berufschancen. In den folgenden Bereichen sind Psychologen mit Diplom- oder Master-Abschluss häufig anzutreffen:

  • Marktforschung
  • Personalwesen
  • Unternehmensberatung
  • Management
  • Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Familien
  • Berufs- und Bildungsberatung
  • Behörden
  • schulpsychologische Beratung
  • Behinderteneinrichtungen

Die Ausbildung von Psychotherapeuten

Psychotherapeuten haben ebenso wie Psychologen ein Studium der Psychologie absolviert. Damit ist ihre Ausbildung jedoch noch nicht beendet. Die betreffende Approbation wird nach dem erfolgreichen Abschluss der postgradualen Psychotherapieausbildung verliehen. Als psychologischer Psychotherapeut verfügt man demnach über die Berechtigung dem Psychotherapeutengesetz entsprechend Psychotherapien durchzuführen. Neben Psychologen können auch Ärzte und Pädagogen unter bestimmten Voraussetzungen die Zulassung zur Ausübung der Heilkunde erlangen und so psychotherapeutisch arbeiten. Heilpraktiker für Psychotherapie nehmen diesbezüglich eine besondere Stellung ein und dürfen die Psychotherapie ebenfalls ausüben, wobei sie sich nicht Psychotherapeut nennen dürfen. Maßgebend ist in diesem Zusammenhang das Heilpraktikergesetz der Bundesrepublik Deutschland.

Typische Aufgaben von Psychotherapeuten

Die Psychotherapie ist die Kernkompetenz von Psychotherapeuten, die sich somit auf die Behandlung psychischer Störungen konzentrieren. Im Rahmen einer Verhaltenstherapie oder anderer Verfahren soll eine Besserung des seelischen Befindens des Patienten herbeigeführt werden. Dies kann ambulant oder gegebenenfalls auch stationär erfolgen und liegt oftmals zu einem wesentlichen Teil in der Verantwortung von Psychotherapeuten.

Psychotherapeuten verfügen folglich über fundierte Kenntnisse im Bereich der psychischen Störungen und Erkrankungen. Phobien, Suchterkrankungen sowie Persönlichkeitsstörungen, Zwänge und viele weitere Störungen werden von Psychotherapeuten behandelt, sofern ein Krankheitswert besteht. Dabei können unterschiedliche Therapieverfahren zum Einsatz kommen.

Abgrenzung Psychologe und Psychotherapeut

Betrachtet man die Aufgaben von Psychologen und Psychotherapeuten, fällt eine Abgrenzung recht leicht. Ganz allgemein kann man feststellen, dass Psychotherapeuten heilkundlich tätig sind und sich mit der Diagnose und psychotherapeutischen Behandlung von psychischen Beschwerden befassen. Im Gegensatz dazu sind Psychologen auch in vielen anderen Bereichen zu finden und werden häufig in der Wirtschaft (Wirtschaftspsychologie) eingesetzt. Dort nutzen Psychologen ihr Wissen unter anderem in den Bereichen Marketing, Personalwesen und Marktforschung.

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