Wahrnehmung Definition

Der Begriff Wahrnehmung wird im Allgemeinen als der Vorgang definiert, Reize aufzunehmen und zu verarbeiten. Diese können äußeren Einflüssen aus der Umwelt unterliegen oder auch vom Körper selbst kommen. Der jeweilige Gesamteindruck entsteht durch die Zusammenführung verschiedener Reize und deren Interpretation. Da die Verarbeitung der Reize sowie die hieraus resultierende Informationsgewinnung einer strengen Filterung unterliegen und basierend auf dem jeweiligen Wissensstand und Erfahrungsschatz erfolgen, ist jede Wahrnehmung subjektiv. Für die betreffende Person entsteht allerdings oftmals der Eindruck von Objektivität, weil die Reizverarbeitung üblicherweise unbewusst und somit unbemerkt stattfindet.

Definition der Wahrnehmung in der Psychologie

In der Biologie wird die Wahrnehmung als Fähigkeit eines Lebewesens definiert, mithilfe seiner Sinnesorgane Reize und Informationen aufzunehmen sowie zu verarbeiten. Die Psychologie hat dahingegen eine andere Auffassung und betrachtet die Wahrnehmung als Prozess von der Aufnahme bis zur Interpretation von Sinneseindrücken. Für Psychologen ist somit nicht jeder Reiz eine Wahrnehmung, denn zu dieser kommt es nur im Falle einer kognitiven Verarbeitung des Sinneseindrucks. Demnach erscheinen ausschließlich Informationen relevant, die als Antwort auf das eigene Verhalten gewertet werden oder eine Adaption erfordern. Folglich werden die Informationen stark gefiltert, so dass eine hohe Subjektivität entsteht.

Lernprozesse basieren aus psychologischer Sicht auf der individuellen Wahrnehmung, schließlich ergeben sich aus dieser die Reaktionen eines Individuums auf seine Umwelt. In Anbetracht dessen ist es nur logisch, dass sich die Pädagogik als Erziehungs- und Bildungswissenschaft intensiv mit Wahrnehmungsstörungen beschäftigt. Wird das Erlebte gestört wahrgenommen und verarbeitet, kann es zu Auffälligkeiten kommen, die sich mitunter als behandlungsbedürftig erweisen und das gesamte Leben des Betroffenen beeinträchtigen. Insbesondere wenn Wahrnehmungsstörungen nicht durch organische Probleme der Sinnesorgane ausgelöst werden, sondern aus einer fehlerhaften Verarbeitung der Sinnesreize resultieren, ist eine psychologische Behandlung sinnvoll und eventuell erforderlich. In diesem Zusammenhang ist die Wahrnehmungspsychologie als Disziplin der Psychologie von großer Bedeutung und liefert nicht nur eine Definition zum Begriff Wahrnehmung, sondern auch entsprechende Ansätze. Im Fernstudium Psychologie wird dies im Grundwissen vermittelt.

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