Was sind Stereotypen?

Die Psychologie setzt sich mit unterschiedlichsten Themen auseinander und widmet sich unter anderem den Stereotypen. Unabhängig davon, ob man ein klassisches Psychologiestudium oder ein Fernstudium Psychologie absolviert, wird man so unter anderem auch mit dem Begriff Stereotyp konfrontiert. Dabei darf man natürlich nicht den Fehler machen, Stereotypen mit Vorurteilen oder Klischees gleichzusetzen, denn dies wäre grundlegend falsch. Im allgemeinen Sprachgebrauch kann es jedoch zuweilen zu einer solchen Verwechslung kommen, weshalb angehende Psychologen gut daran tun, sich intensiv mit Stereotypen auseinander zu setzen. Insbesondere dann, wenn die Stereotypenforschung Teil des psychologischen Studiums ist, sollte man sich ausführlich damit befassen.

Definition Stereotyp

Der Begriff Stereotyp setzt sich aus den beiden griechischen Worten „stereos“ und „typos“ zusammen und lässt sich im Deutschen mit feste Norm übersetzen. Walter Lippmann führte den Begriff im Jahre 1922 in die Sozialwissenschaften ein und legte so einen wichtigen Grundstein für die Stereotypenforschung, die nicht nur für die Sozialwissenschaften, sondern auch für die Psychologie von Belang ist. Grundsätzlich versteht man unter Stereotypen die bildhafte und einprägsame Beschreibung einer Gruppe. Diese sind gewissermaßen Teil des alltäglichen Wissens und beziehen einen typischen Sachverhalt vereinfacht auf Personen oder Gruppen. Dementsprechend lassen sich unter Stereotypen vereinfachte Vorstellungsbilder verstehen, die sich durch ihre Überindividualität auszeichnen.

Die genaue Bedeutung von Stereotypen wird jedoch erst durch die Abgrenzung von Klischees und Vorurteilen deutlich. Unter einem Klischee versteht man ein vorgeprägtes Denkschema, das sich dadurch auszeichnet, dass es einfach übernommen wird, obgleich keine individuelle Überzeugung dahintersteckt. Vorurteile bringen dahingegen generelle Haltungen gegenüber Individuen zum Ausdruck. Stereotypen beziehen sich dahingegen stets auf Personengruppen, sind Teil des Alltagswissens und werden zumeist unbewusst kognitiv zugeordnet.

Was versteht die Psychologie unter Stereotypen?

Die wissenschaftliche Psychologie hat noch einmal eine besondere Haltung zu Stereotypen. Hier werden Stereotype fachsprachlich als Verhaltensweisen aufgefasst, die immer wiederkehren und unabhängig von äußeren Umständen in Erscheinung treten. Das Wiederholen erscheint dabei in der Regel sinnlos. Ganz allgemein vertritt aber auch die Psychologie die Ansicht, dass Stereotype der Reduktion von Komplexität dienen und somit mit Identifikationsmöglichkeiten einhergehen. So lässt sich zusammenfassen, dass es sich bei Stereotypen um Überzeugungen bezüglich der Merkmale handelt, die eine bestimmte soziale Gruppe eint.

Stereotypen-Modelle in der Psychologie

Im Zuge der Kognitionsforschung spielen in der Psychologie auch Stereotypen eine nicht unwesentliche Rolle. Im Laufe der Zeit haben sich hier verschiedene Modelle herausgebildet. Nachfolgend finden sich einige dieser Modelle der kognitiven Repräsentation:

  • Exemplar-Modelle
    Bei einem Exemplar-Modell wird eine Gruppe durch ein einzelnes Mitglied ebendieser repräsentiert.
  • Prototypen-Modelle
    Kennzeichnend für Prototypen-Modelle ist die Tatsache, dass im kollektiven Gedächtnis eine abstrakte Repräsentation einer sozialen Gruppe existiert, die die typischen Merkmale dieser Gruppe umfasst.
  • Prototypen-Exemplar-Modelle
    Prototypen-Exemplar-Modelle bilden eine Mischform und gehen davon aus, dass die Repräsentation von Stereotypen durch Exemplare und Prototypen erfolgt.
  • Assoziative Netzwerkmodelle
    Assoziative Netzwerkmodelle betrachten Stereotype als Verbindungen oder auch Assoziationen bestimmter Eigenschaften, Verhaltensweisen und Überzeugungen, die zusammenfassend auch als Attribute bezeichnet werden.

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