Umgang mit traumatischen Erfahrungen in der Psychologie

Unabhängig davon, ob man ein klassisches Präsenzstudium oder ein flexibles Fernstudium Psychologie absolviert hat, wird man als Psychologe immer wieder mit Ausnahmesituationen konfrontiert. Besonders deutlich wird dies bei Patienten mit traumatischen Erfahrungen. Unter einem Trauma versteht man in diesem Zusammenhang grundsätzlich eine massive seelische Erschütterung. Der Betroffene hat extreme Belastungen erlebt, die mit einer großen Bedrohung einhergehen. In der akuten Situation sind Verzweiflung, Panik und Angst allgegenwärtig. Kommt es zu einem Psychotrauma nimmt die Seele dauerhaften Schaden und kann das traumatische Erlebnis nicht adäquat verarbeiten, so dass anhaltende Ängste und Verzweiflung die Folge sein können. Auch wenn der Betroffene rational begreift, dass die Gefahr vorüber ist, kann er aus dem emotionalen Strudel nicht ausbrechen und erlebt die Panik wieder und wieder.

Psychologen helfen bei posttraumatischen Störungen

Krieg, Gewalt, Flucht, schwere Erkrankungen oder auch der Verlust eines geliebten Menschen können für ein Trauma sorgen, so dass die Betroffenen auch nach der unmittelbaren Gefahr anhaltend unter der erlebten Extremsituation leiden. Dann sind Psychologen und Psychotherapeuten gefordert, die Therapien und Strategien bieten, um posttraumatischen Störungen zu entkommen. Insbesondere durch die gegenwärtige Flüchtlingskrise hat der Bereich Trauma in der Psychologie an Bedeutung gewonnen. Unzählige Menschen, die auf der Flucht vor Krieg, Folter, Zerstörung und Gewalt in Europa Zuflucht gefunden haben, sind hier nun zwar zunächst in Sicherheit, können die schrecklichen Erlebnisse jedoch nicht vergessen. Der Verlust der Heimat sowie vieler geliebter Menschen wiegt schwer, so dass ein großer Teil der Flüchtlinge traumatisiert ist.

Unabhängig davon, ob ein Trauma durch eine Flucht oder ein anderes Ereignis hervorgerufen wurde, ist es behandlungsbedürftig. Aktuellen Medienberichten zufolge sind traumatische Erlebnisse zwar eine enorme Belastung für die Psyche, doch US-amerikanische Forscher wollen ebenfalls herausgefunden haben, dass ein Trauma auch eine Kraftquelle sein kann. Wer dieses überstanden und überwunden hat, kann sich seiner Stärke sicher sein und so Kraft schöpfen. So gibt es nicht nur posttraumatische Belastungsstörungen, sondern ebenfalls ein sogenanntes posttraumatisches Wachstum. Man kann mental an solchen Erfahrungen somit durchaus wachsen und muss nicht daran zerbrechen. US-Psychologen wollen herausgefunden haben, dass derartige Erlebnisse zu einer gewissen Weisheit führen. Wer ein Trauma überwunden hat, geht somit stärker daraus hervor. Gegebenenfalls bedarf es dabei aber professioneller Unterstützung, um eine drohende lebenslange Belastung in ein Wachstum zu verwandeln.

Psychologen und Psychotherapeuten sind in der Traumatherapie folglich in besonderem Maße gefordert und sollten sich bewusstmachen, dass es nicht nur um die Überwindung geht, schließlich können überstandene Krisen und Katastrophen zu mehr Stärke und Stabilität führen. Ein Trauma kann also durchaus eine Chance sein, sich seelisch weiterzuentwickeln. Schwer traumatisierte Menschen müssen so lernen, ihren Erlebnissen etwas Positives abzugewinnen, um mit den schrecklichen Erinnerungen leben zu können.

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