Grundlagenfächer als Basis für die angewandte Psychologie

Unabhängig davon, ob es sich um ein klassisches Studium oder ein Fernstudium der Psychologie handelt, sind Studienanfänger beim ersten Blick auf ihren Studienplan zumeist enttäuscht. Die klinische Psychologie, die Wirtschaftspsychologie oder auch andere Anwendungsfächer wecken für gewöhnlich das Interesse an einem Psychologiestudium. Doch in den ersten Semestern sind diese Fächer auf dem Studienplan für gewöhnlich nicht zu finden. Selbst wenn man sich für Wirtschaftspsychologie oder Applied Psychology an einer Universität einschreibt, wird man sich zunächst vor allem mit den folgenden Modulen befassen müssen:

Zusätzlich zu diesen psychologischen Grundlagenfächern spielt unter anderem die Mathematik eine wesentliche Rolle und begleitet angehende Psychologen durch ihre Studienzeit. Zuweilen stellt man sich aber die Frage, wozu man als Psychologe mathematische Formeln und Statistik braucht, schließlich geht es nicht um mathematische Berechnungen, sondern die menschliche Psyche. Da die Mathematik für die empirische Untersuchung unerlässlich ist, muss man sich wohl oder übel auch damit befassen. Die meisten Studierenden brennen darauf, sich der angewandten Psychologie zu widmen. Insbesondere wenn man berufsbegleitend studiert, will man einen Bezug zur beruflichen Praxis herstellen. Die Grundlagenfächer erscheinen daher mitunter als Hindernisse, doch dem ist keineswegs so. Diese vermitteln vielmehr das grundlegende psychologische Rüstzeug, das in Anwendungsfächern wie klinischer Psychologie oder Wirtschaftspsychologie vorausgesetzt wird.

Allgemeine Psychologie

Die allgemeine Psychologie legt den Grundstein für alle anderen Teilgebiete der wissenschaftlichen Psychologie und bringt den Studierenden die psychologischen Gesetzmäßigkeiten näher, die über eine Allgemeingültigkeit verfügen. Die Studierenden müssen zunächst diese Grundprinzipien verstehen, um tiefer in das Psychologiestudium eintauchen zu können. Wichtige Themen sind dabei vor allem:

Biologische Psychologie

Biologische Prozesse liegen sämtlichen Prozessen im menschlichen Körper zugrunde und sind somit auch für die Psyche von großer Wichtigkeit. Aus diesem Grund ist die Biologie ein elementarer Bestandteil der Psychologenausbildung. Die Physis beeinflusst das Erleben und Verhalten eines Individuums.

Differentielle Psychologie

Obwohl die körperlichen Voraussetzungen zur Wahrnehmung und zum Erleben bei allen Menschen bis auf Ausnahmen gleich sind, wird alles stets individuell und subjektiv wahrgenommen. Die Persönlichkeit, Intelligenz sowie Erfahrungen spielen dabei eine zentrale Rolle und sorgen dafür, dass jeder Mensch einzigartig ist. Die Psychologie geht im Zuge der differentiellen Psychologie auf dieses Phänomen ein und hält so zugleich die Basis für die psychologische Diagnostik bereit.

Entwicklungspsychologie

Die Entwicklungspsychologie trägt dem Umstand Rechnung, dass sich ein Individuum stetig weiterentwickelt. Von der Geburt bis zum Tod durchlebt man zahllose intraindividuelle Veränderungen, die die eigene Persönlichkeit immer wieder neu formen. Der eigene Charakter steht dabei im Mittelpunkt, wobei Umwelteinflüsse, Erlebnisse, die Intelligenz, die Sprache und die Entwicklungsstufe ebenfalls Einfluss ausüben. Pädagogik, Medizin und Soziologie haben daher auch Anteil an der Entwicklungspsychologie.

Sozialpsychologie

Die Sozialpsychologie gehört ebenfalls zu den psychologischen Grundlagenfächern und geht auf die Tatsache ein, dass das Erleben und Verhalten eines Menschen immer auch unter dem Einfluss sozialer Interaktionen steht. Gruppenprozesse, Stereotype, Vorurteile, Kommunikation und pro-soziales Verhalten sind daher Untersuchungsgegenstände der Sozialpsychologie

Auch wenn die psychologischen Grundlagenfächer auf den ersten Blick bloß trockene Theorie vermitteln, sind sie von enormer Wichtigkeit für die angewandte Psychologie, denn ohne die fachliche Basis ließen sich psychologische Erkenntnisse kaum für die Anwendungsbereiche nutzen.

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